26.01.2010 | 10:21
Kleine Beträge, großer Unsinn
Von: Tatjana Kimmel
Die Bundesagentur für Arbeit hat in mehreren hunderttausend Fällen 20 Euro Kindergeld an Hartz-IV-Empfänger überwiesen und muss den Betrag jetzt wohl wieder zurückfordern. So entsteht ein hoher bürokratischer Aufwand. Es wird Geld verschwendet, das besser armen Kindern zu Gute kommen sollte
Familien, die von Hartz-IV-Leistungen leben, können nach dem Willen der bundesdeutschen Sozialgesetze nicht von der jüngsten Kindergeld-Erhöhung profitieren. Die Erhöhung um zwanzig Euro pro Kind wird auf das Sozialgeld der Arbeitsagenturen angerechnet. Unter dem Strich erhalten die Familien also keinen Cent mehr.
Durch einen Berechnungsfehler der Arbeitsagenturen haben nun im Januar Hartz-IV-Eltern einmalig zu viel Geld erhalten. Deshalb müssen jetzt alle Bewilligungen überprüft werden und das zu viel gezahlte Geld zurückgefordert werden. Der Bremer Sozialwissenschaftler Paul Schröder kritisiert den immensen Mehraufwand: "Die Bundesagentur für Arbeit arbeitet an der größten Geld-Zurück-Aktion in ihrer Geschichte.“
So wurde eine Maßnahme, die ohnehin ziemlich unsinnig ist noch unsinniger. Was nutzt Kindergeld, das gerade nicht bei den armen Kindern ankommt? Es ist nur gut für Politiker, die sich mit der Erhöhung des Kindergeldes auf die Fahne schreiben können, dass sie etwas für die Familien getan hätten. Dabei wären die Mittel für die Erhöhung des Kindergeldes und erst Recht die für die bürokratische Bearbeitung sinnvoller für den Ausbau von Ganztagsschulen genutzt worden. Doch dies wird weiterhin versäumt. Die Rechnung zahlen also mal wieder die Kinder.
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