
Heute ist der „Tag der Schulverpflegung“, und der Bayerische Schulverpflegungskongress 2026 lädt alle, die Schulverpflegung planen, organisieren, gestalten oder pädagogisch begleiten, zu einem Diskussions- und Informationstag in Nürnberg ein. Es geht um die Frage, „wie eine attraktive, gesundheitsförderliche und nachhaltige Verpflegung im Schulalltag gelingen kann – praxisnah, wirtschaftlich umsetzbar und mit hoher Akzeptanz bei Schülerinnen und Schülern“, so das Bayerische Staatsministerium für Ernährung.
Hintergrund ist die Tatsache, dass mit dem Start des Ganztagsanspruchs für die Träger die Pflicht besteht, ein Mittagessen bereitzuhalten, falls die Kinder im Ganztagsunterricht sind.
„Das klingt erst einmal schön und gut“, sagt Petra Windisch de Lates, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lebensbrücke. Die private Kinderhilfsorganisation kennt sich aus. Seit vielen Jahren bieten sie in „Frühstücksklubs“ in vielen deutschen Städten ein gesundes und leckeres Frühstück, zumeist für Grundschüler*innen. Darüber hinaus fördert sie auch die Projekte „Mittagstisch“ und „Kochklub„, in denen Kinder nach der Schule gemeinsam essen bzw. auch einkaufen und kochen.
Die Deutsche Lebensbrücke beklagt seit langem, dass schon die Kinder in der Grundschule das Bewusstsein für gesunde Ernährung verloren haben. „Erschreckend viele Kinder essen bei uns zum ersten Mal Gurke, Paprika oder sogar ein Frühstücksei“, berichtet Petra Windisch de Lates. Sie wachsen mit Junk- und Convenience Food auf, Burger, Pommes, Döner oder Pizza. Die Folge: immer mehr adipöse Kinder schon im Grundschulalter, und immer weniger Energie für den Schulalltag.
Deshalb genügt es nicht, ein Schulessen in Kantinenart vorzuhalten. Die Kinder müssen im Unterricht aktiv erfahren, was gesunde und ausgewogene Ernährung bedeutet – und dass das nicht teurer sein muss als Fertiggerichte.
Ein weiterer Punkt sind die Kosten. In den Projekten der Deutschen Lebensbrücke ist das Essen grundsätzlich für die Kinder immer kostenlos. „Sogar ein relativ geringer Kostenbeitrag kann das Budget finanziell benachteiligter Familien übersteigen“, gibt WIndisch de Lates zu bedenken. Kinder im Ganztagsunterricht würden dann u.U. nicht zum Schulessen angemeldet und wären den halben Schultag lang hungrig und unkonzentriert. „In unseren Projekten zeigen wird, dass gesundes Essen nicht teuer sein muss. Das kann für die Schulverpflegung genauso gelten. Diese sollte dann gegebenenfalls kostenfrei sei“, fordert WIndisch de Lates. „Dieses Geld muss der Staat in die Hand nehmen. Die Gesundkeit und die Leistungsfähigkeit der Kinder muss das Wert sein!“
