
Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Welt – doch beim Wohlbefinden seiner Kinder reicht es international nur für Platz 25 von 37. Besonders alarmierend ist die soziale Kluft: Kinder aus einkommensarmen Familien haben deutlich schlechtere Chancen auf Bildung, Gesundheit und ein gutes, kindgerechtes Aufwachsen. UNICEF (UNICEF-Studie ist die Report Card 20 „Unequal Chances – Children and economic inequality“ vom Mai 2026)fordert deshalb, benachteiligte Kinder gezielter zu unterstützen und Kinderarmut endlich wirksam zu bekämpfen.
Rund 15 Prozent der Kinder in Deutschland leben in Einkommensarmut; die Quote stagniert seit Jahren. Parallel dazu erreichen nur 60 Prozent der 15-Jährigen die Mindestkompetenzen in Lesen und Mathematik. Die Korrelation zwischen Bildung und sozioökonomischem Status ist überdeutlich: 46 Prozent der Jugendlichen aus benachteiligten Familien erreichen die grundlegenden Kompetenzen, gegenüber 90 Prozent aus privilegierten Familien. Auch in Bezug auf die Gesundheit der Kinder entscheidet die soziale Herkunft mit: 79 Prozent der Kinder aus dem wohlhabendsten Fünftel der Familien berichten von sehr guter Gesundheit, gegenüber 58 Prozent der Kinder aus dem ärmsten Fünftel.
Jugendliche aus einkommensschwächsten Familien sind zu 61 Prozent mit ihrem Leben zufrieden. Bei Jugendlichen aus wohlhabenden Familien sind es 73 Prozent. Die UNICEF-Studie macht wirtschaftliche Ungleichheit und Kinderarmut als zentrale Faktoren aus: Sie wirken sich auf Gesundheit, Bildung, Wohnsituation, Teilhabe und damit auf die Zukunftschancen der Kinder aus. Zum Vergleich: Niederlande, Dänemark und Frankreich liegen auf den ersten drei Plätzen. Besonders bedenklich: sogar wirtschaftlich schwächere Länder wie Portugal (4), Litauen (7), Rumänien (9) und Ungarn (10) schneiden besser ab als Deutschland
Die Ergebnisse der UNICEF-Studie werden durch das deutsche Abschneiden bei der aktuellen PISA Studie belegt.
