Binta hat die schwierige Herz-OP gut überstanden

...und kann endlich wieder lachen. Dank ihres Herzschrittmachers kann sie nun ein fast normales Leben führen. Allerdings kann sie nicht zurück in ihre Heimat Gambia - dort gibt es keine adäquate medizinische Versorgung für sie.

Binta 10 Jahre alt, hat wieder eine Zukunft

Wer Binta heute sieht, ahnt nicht, welch schweres Schicksal sich hinter diesem glücklichen Kinderlächeln verbirgt: Die heute 10-jährige aus Gambia wurde mit einem schweren Herzfehler geboren. Finanziert allein durch Spenden und der Unterstützung einiger großer Stiftungen konnte die Kleine am Münchner Herzzentrum in sehr komplizierten Eingriffen operiert werden – mit ihrem besorgten Vater Musa immer an ihrer Seite.  

 

Mittlerweile haben Binta und ihr Papa das zweite Weihnachtsfest hier in Deutschland gefeiert. Das war so nicht geplant. Der Grund: Bintas Herzfehler war komplizierter als erwartet – die Ärzte mussten nach heftigen Komplikationen einen Herzschrittmacher einsetzen. Da Binta in Gambia keine medizinische Versorgung hätte, müssen die beiden vorerst weiterhin in Deutschland bleiben. Binta geht seit Juli 2019 zur Schule, sie lernt schnell und fleißig und spricht schon sehr gut Deutsch. Musa unterstützt sein Mädchen nach Kräften. Auch er lernt Deutsch, um so schnell wie möglich einen Antrag auf eine Arbeitserlaubnis stellen zu können. Das Heimweh geht nicht weg - aber Binta und ihr Vater haben sich in Deutschland gut eingelebt. Für den dankbaren Papa ist klar: Nur Bintas Wohl zählt.

 

Dies ist Bintas wundervolle Reise in ein neues Leben:

Binta stammt aus Gambia, einem kleinen und sehr armen Land in Afrika. Erst 2017, als Binta bereits sechs Jahre alt war, fanden die Eltern heraus, dass ihre Tochter an einem schweren Herzfehler leidet: Ein Ventrikelseptumdefekt, ein Loch in der Herzscheidewand. Wird es nicht geschlossen, führt es zum Tod.

 

Mit 20 bis 25% ist es der häufigste angeborene Herzfehler. In Gambia hingegen wurde Bintas Erkrankung nicht einmal diagnostiziert! Das Mädchen musste eine beschwerliche Reise nach Dakkar unternehmen, in die Haupstadt des benachbarten Landes Senegal. Eine mit Bintas Familie bekannte, in Gambia lebende Heilpraktikerin organisierte die Reise.

 

Als wir von Bintas schwerem Schicksal erfuhren, wussten wir sofort: Wir wollen dem Mädchen helfen. In sofortigen Sammel- und Spendenaktionen baten wir um Ihre Hilfe. Binta ging es immer schlechter, ihr Körper bekam infolge ihres Herzfehlers kaum noch sauerstoffreiches Blut. Erschwerend kam hinzu, dass Herzfehler bei größeren Kindern schwerer zu behandeln sind. Ein Rennen gegen die Zeit.

 

Bintas Behandlung

Im Juli 2018 war es soweit: Wir konnten die Operation finanzieren. Das schwerkranke Kind durfte nach München kommen. Ende Juli fand im Herzzentrum München die erste Untersuchung statt, es wurde ein Herzkatheter eingeführt. So konnten sich die Kinder-Kardiologen ein genaues Bild von der Schädigung ihres Herzens machen und entscheiden, wann und was operiert wird. Binta hatte zu dem Zeitpunkt ihren gesundheitlichen Tiefpunkt erreicht: Sie wog kaum noch 20 kg, war so geschwächt, dass sie keine 100 Meter gehen konnte, einen Rollstuhl benötigte. Doch sie litt unter schlechten Zähnen, war in gesundheitlich zu schlechter Verfassung für den Eingriff.

 

Ende August 2018, nachdem Binta 8 Zähne gezogen wurden, stellte sich heraus, dass Bintas Herzfehler sehr komplex und schwierig war. Die Ärzte mussten sich mehrmals beraten, um entscheiden zu können, wann und was genau operiert werden soll und vor allem, WER dafür in Frage kam. Die Wahl fiel auf einen Spezialisten, der genau diese OP schon sehr oft durchgeführt hatte und deshalb mehr Erfahrung als jeder andere Arzt im Münchner Herzzentrum mitbrachte.

 

Da dieser Arzt erst Ende Oktober nach München kommen konnte, mussten Binta und ihr Papa warten. Vater und Tochter waren zum ersten Mal im Ausland, vermissten die Familie zuhause und warteten auf eine so schwierige und risikoreiche Operation.

 

Im November 2018 wurde Binta in einem höchst komplizierten Eingriff operiert. Der Eingriff selbst verlief gut, allerdings gab es danach Komplikationen, so dass sie immer wieder auf die Intensivstation verlegt werden musste. Ihre Herzfrequenz beruhigte sich nicht.

 

Im Dezember 2018 entschieden die Ärzte deshalb: Binta braucht einen Herzschrittmacher! Dieser Eingriff markierte den Wendepunkt: Seitdem ging es für das süße Mädchen gesundheitlich stetig bergauf. Doch der Herzschrittmacher bedeutet eine engmaschige Kontrolle, gute Medikation und die Möglichkeit, im Falle einer Komplikation sofort zu handeln. Jede kleinste Infektion kann zu schlimmsten Komplikationen bis hin zum Tod führen. Was, wenn der Herzschrittmacher entfernt werden muss? In Gambia wurde nicht einmal Bintas Herzfehler diagnostiziert! Für Binta und ihren Vater ein Schock. In Gambia gibt es keine kardiologische Versorgung – Binta und ihr Vater müssen vorerst in Deutschland bleiben.

Bintas Zukunft

Binta und ihr Vater warten momentan auf eine Aufenthaltsbewilligung. Musas Deutsch wird täglich besser. Sobald er den benötigten Level in der Sprachausbildung erreicht und die Aufenthaltsbewilligung bekommen hat, kann er auch einen Antrag auf Arbeitserlaubnis stellen. Natürlich haben die beiden Heimweh und vermissen ihre Familie in Gambia sehr - momentan sind sie in einem schwerelosen Raum. Zudem hofft Musa, dass  sie bald eine abgeschlossene Wohneinheit mit unbefristetem Mietvertrag finden - ihre momentane kleine Unterkunft können sie nur zeitlich begrenzt nutzen. Dank moderner Medien können sie zumindest regelmäßig mit ihren Lieben daheim kommunizieren. Die schwersten Hürden sind genommen. Und das Wichtigste ist: Binta lebt.

Binta bedankt sich

Über das liebe Dankeschön von Binta haben wir uns sehr gefreut. Wir hoffen, ihr Zustand bleibt stabil und sie kann noch viele sonnige Jahre erleben.


Binta mit ihrer neuen Babypuppe :-)


Binta nach der ersten schweren OP im Herzzentrum München